Seit April 2000 ist es soweit: Die Wissenschaft kennt alle rund drei Milliarden Buchstaben der menschlichen Erbinformation. Auch wenn dies nur der erste Schritt auf dem Weg zu einer echten Entschlüsselung dieser Information ist, der Wettlauf um die wirtschaftliche Nutzung des "Buchstabensalats" ist bereits in vollem Gange. Biotech-Unternehmen und Forschungsinstitute setzen alles daran, sich möglichst schnell und möglichst viel von der wohl wichtigsten und lukrativsten Ressource der Zukunft zu sichern - dem genetischen Code des Menschen.
Tausende von Patentanträgen auf menschliche Gensequenzen warten in den Patentämtern der Welt darauf, bearbeitet zu werden, hunderte sind bereits erteilt. Doch geht das überhaupt? Sind die Gene ein Stoff wie jeder andere und können von Einzelnen besessen werden oder sind sie nicht vielmehr ein Teil des gemeinsamen Erbes der Menschheit und damit per se nicht patentierbar?