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Freitag, 03.09.2010
Überblick
Das Wichtigste in Kürze

  • Schon vor 150 Millionen Jahren gab es Termiten auf der Erde. Heute hat sich diese Insektenordnung in mehr als 3.000 Arten über alle Kontinente der Erde mit Ausnahme der Antarktis verteilt.


  • Die meisten Termiten leben in tropischen und subtropischen Gebieten. Vor allem die Holz fressenden Arten richten dort zum Teil schwere Schäden an Häusern, Brücken, Eisenbahnschwellen oder in Wäldern an.


  • Als tierische Einwanderer haben einige Termitenspezies über importiertes Holz beispielsweise auch Hafenstädte in Europa oder Nordamerika erreicht. So existiert in Hamburg seit 70 Jahren eine Termitenpopulation, die sich nur schwer bekämpfen lässt.


  • In den Termitenbauten, die bei manchen Arten viele Meter hoch werden können, leben mehrere Millionen Individuen. Der Staat ist in mehrere unterschiedliche Kasten gegliedert, deren Mitglieder jeweils ein ganz bestimmtes einheitliches Aussehen haben und eine bestimmte Aufgabe erfüllen.


  • Neben der Königin und dem König, die fast ausschließlich für die Fortpflanzung zuständig sind, gibt es unter anderem noch gut bewaffnete Soldaten zur Verteidigung oder Arbeiter, die für die Brutpflege, die Nahrungssuche oder die Instandhaltung der Bauten zuständig sind.


  • Die Kommunikation zwischen den Individuen des Insektenstaats, aber auch das Erkennen von Feinden beruht auf Art- oder sogar Kolonie-typischen chemischen Signalen, so genannten Pheromonen. Mit ihrer Hilfe werden beispielsweise Termitenstraßen markiert oder Hilferufe versandt.


  • Durch die Interaktion zwischen den einzelnen Individuen und die zahlreichen einfachen Handlungen, die die Tiere ausführen, können sie selbst komplexe Probleme wie den Nestbau oder die Brutpflege lösen. Forscher sprechen dabei von einer Schwarmintelligenz, die es nicht nur bei Termiten sondern auch bei an deren sozial lebenden Insektengruppen wie Ameisen, Bienen, Wespen oder Hummeln gibt.


  • Um optimale Bedingungen für das Leben im Termitenstaat zu schaffen, sind die Nester mit einem wirkungsvollen Belüfstungssystem ausgestattet. Dieses sorgt nicht für ausreichend Sauerstoff im Bau, sondern hält auch die Temperaturen konstant bei über 30°C und die Luftfeuchtigkeit bei nahezu 100 Prozent.


  • Der Termitendarm ist mit großen Mengen an Bakterien und einfachen Einzellern wie Flagellaten besiedelt, die den Insekten dabei helfen Holz oder andere pflanzliche Kost zu zersetzen. Diese Symbiose ist zum Nutzen aller beteiligten Organismen und sichert ihnen das Überleben.


  • Im Rahmen der Verdauung im Termitendarm setzen spezielle Bakterien Wasserstoff zu Methan um. Mehr als 20 Millionen Tonnen des gefährlichen Treibhausgases gelangen so jährlich durch Termiten in die Atmosphäre.

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