Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 03.09.2010
Soziale Vorbilder mit Supergehirn
960.000 Nervenzellen auf einem Kubikmillimeter

Bienen sind Tiere mit einer hoch entwickelten sozialen Lebensweise. Sie gelten als Musterbeispiel
für altruistisches Verhalten, denn sie sammeln nicht für ihre direkten Nachkommen Nahrung, sondern für ihre Brüder und Schwestern: Nur die Königin kann befruchtete Eier legen. Ihr komplexes soziales Zusammenleben versetzt uns in Erstaunen, die minutiöse Konstruktion ihrer Waben und die verblüffenden Orientierungsleistungen auf ihren ausgedehnten Sammelflügen faszinieren Laien und Wissenschaftler stets aufs Neue.

Biene mit halbausgetrecktem Rüssel 
Biene mit halbausgetrecktem Rüssel
© Jon Sullivan / gemeinfrei  Biene mit halbausgetrecktem Rüssel
Wie schaffen es die Tiere, kollektiv auf immer wechselnde Situationen zu reagieren? Sicher liegt das
wesentlich an den besonderen kognitiven Leistungen der Honigbiene. Diese von der Ebene des gesamten Bienenvolks über das Individuum bis hinunter zu zellulären und molekularen Mechanismen zu begreifen, das ist das Ziel zahlreicher neuer Forschungsansätze. Auch ein Wissenschaftlerteam am Institut für Bienenkunde der Universität Frankfurt um Professor Bernd Grünewald, Christof Schneider und Stefan Fuchs will damit einen Beitrag leisten zum Erhalt der Bienen in einer Welt voller neuartiger Umweltgefährdungen.

Komplexes Minihirn
Innerhalb der Insekten besitzen die Bienen ein besonders hoch entwickeltes Verhaltensrepertoire. Dem entspricht ein außerordentlich komplexes Gehirn, das eine immense Menge von Sinnesinformation verarbeitet. Bienen lernen aus früheren Erfahrungen und passen ihr Verhalten optimal an veränderte Umweltbedingungen an.

Trotz seiner Komplexität ist das Bienengehirn ein sehr kompaktes Minigehirn mit nur ungefähr 960.000 Nervenzellen (Neuronen) in einem Volumen von etwa einem Kubikmillimeter. Damit können die Bienen untereinander hoch entwickelte soziale Interaktionen mit ausgefeiltem Kommunikationsverhalten eingehen und finden sich in einem Radius von fünf Kilometern um ihren Stock bestens zurecht. So lernen Bienen zum Beispiel den Standort ihres Nestes und die Position einer Futterquelle relativ zum Nest. Darüber hinaus merken sie sich Eigenschaften der Nahrungsquelle wie deren Ergiebigkeit, Form, Farbe, Duft und Textur der Blüte oder die Art und Weise, wie sie an den Nektar herankommen.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Diaschauen zum Thema
Bienen in Bedrängnis
Honigbienen
Ameisen
Artikel zum Thema
Honigbienen: Superhirn im Überlebenskampf
Wie Parasiten, Krankheit und Gift das Gedächtnis und Lernen der sozialen Insekten beeinträchtigen
Soziale Vorbilder mit Supergehirn
960.000 Nervenzellen auf einem Kubikmillimeter
Rüsselreflex und Duftgene
Bienen als Meister der Düfte
Im Kampf gegen den Parasiten
Tödliche Gefahr Varroamilbe
Opfern für die Kolonie
Kranke Sammlerinnen kehren nicht zurück
Fatale Orientierungschwächen
Gemeinnütziger Selbstmord von der Selektion begünstigt?
Ein Chip als Rucksack
Individuelles Flugverhalten als Indiz für Pestizidwirkung
Das geht auf die Nerven…
Wie Krankheitserreger und Insektizide die neuronalen Prozesse der Bienen beeinträchtigen
Neue Hoffnung für die Bienen
Weitere Erforschung der Bienenneurologie
Top-Diaschauen
Masdar City
Quallen
2012 und die Maya
Archäologische Funde
Das Innere der Erde
Aktuelle Dossiers
Ökostadt im Erdöl-Land
Masdar City in Abu Dhabi
Wasser mit nebulöser Wirkung
Neues aus der Wolkenforschung
Streit um Archaeopteryx und Co.
Auf der Suche nach dem „Missing Link“ zwischen Dinosauriern und Vögeln
Reise zum Mittelpunkt der Erde
Neues aus dem Inneren unseres Planeten
Der Hund denkt mit
Tiere knacken ein vermeintlich menschliches Privileg
Sieht Deutschland bald alt aus?
Dem demografischen Wandel auf der Spur
Der große Blow-Out
Ölflut im Golf von Mexiko
Leichtbau: Schlankheitskur für Auto und Co.
Neue Verbundstoffe machen Konstruktionen leichter und energiesparender
Überlebenskampf am Kap
Südafrikas Artenvielfalt in Gefahr?
Blutiger Beweis
Wie arbeiten Rechtsmediziner wirklich?