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Freitag, 30.07.2010
Stadtboden ist Boden des Jahres
Böden in Städten sind für Wasserhaushalt und Klima besonders wichtig
Der Boden des Jahres 2010 ist der Stadtboden. Diese Entscheidung hat das Kuratorium Boden des Jahres in Berlin bekannt gegeben. Der Stadtboden ist nach Kalkmarsch, Schwarzerde, Fahlerde, Podsol und Braunerde der insgesamt sechste Boden des Jahres.

Schloss Nymphenburg, München
Schloss Nymphenburg, München
© gemeinfrei Schloss Nymphenburg, München
Unter dem Begriff Stadtböden werden nach Angaben der Jury die vielfältigen Böden städtisch-industrieller Räume zusammengefasst. Mit der Wahl soll das Bewusstsein der Menschen auf die Böden unmittelbar unter unseren Füßen gelenkt werden. Böden in Städten sind trotz teilweise höherer Belastungen für Wasserhaushalt und Klima besonders wichtig.

Intakte Böden sind wichtig
Anlässlich des Weltbodentages am 5. Dezember 2009 hat das Umweltbundesamt (UBA) zudem auf die Bedeutung intakter Böden hingewiesen: „Im Vergleich zu den Medien Wasser und Luft wird der Boden oft noch mit Füßen getreten. Der Mensch lebt aber nicht nur auf sondern von intakten und gesunden Böden. Fruchtbare Böden sind Rohstoff- und Nahrungsquelle, Speicher für Nährstoffe, Wasser oder Treibhausgase und Lebensraum zugleich. Altlasten, der Ausbau von Siedlungen und international die Ausbreitung der Wüsten gefährden die Rolle von Böden zunehmend. Effizienter Bodenschutz ist ein Gebot der Vernunft“, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth.

Obwohl die Bedeutung unser Böden in den letzten zehn Jahren durch vielfältige Aktionen von Bund und Ländern stärker ins Licht der Öffentlichkeit gerückt ist, seien noch viele Anstrengungen nötig.

Herausforderungen des Bodenschutzes
Zum zehnjährigen Jubiläum der deutschen Bodenschutzgesetzgebung luden das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das UBA deshalb mit Beteiligung der Kommunalen Spitzenverbände und der Bodenfachverbände am 3. Dezember 2009 zu einer Fach-Tagung nach Berlin ein. Dort diskutierten Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Praxis Erfolge, Probleme und neue nationale und internationale Herausforderungen des Bodenschutzes.

Die versammelten Fachleute waren sich einig, dass die Dringlichkeit eines effektiven Bodenschutzes auch daraus resultiert, dass sich Böden nicht vermehren und nur sehr begrenzt erneuern lassen. Eingetretene Schäden sind häufig nicht oder nur mit erheblichem Aufwand reparabel. „Gerade in Anbetracht der möglichen Klimaänderungen ist schnelles Handeln notwendig. Während die Wüstenbildung weltweit infolge des Klimawandels zunimmt, kann die Landwirtschaft in bestimmten Regionen Deutschlands von Klimaänderungen auch profitieren. Weniger Boden wird aber mehr Menschen ernähren müssen. Auch deshalb müssen wir unsere fruchtbaren Böden schützen“, so Flasbarth.

Flächenverbrauch vermindern
Die Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt (KBU) empfahl Bund und Ländern zudem, den Flächenverbrauch einzudämmen: In einem Papier „Flächenverbrauch vermindern – jetzt handeln“ schlagen die Wissenschaftler einen Handel mit Flächenkontingenten vor. Analog zum Emissionshandel sollten Obergrenzen für die Neuinanspruchnahme und die Möglichkeit zum Kauf und Verkauf von ungenutzten Flächen eingeführt werden.

„Aktuell nehmen wir täglich 104 Hektar Fläche neu in Anspruch – weit weg von dem Ziel der Bundesregierung, dies bis 2020 auf 30 Hektar zu reduzieren. Mit unserem Konzept könnten wir es schaffen“, so Professor Franz Makeschin, Vorsitzender der KBU.
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